Allgemein

(Anti-)Gender und Nation – Von Intersektionalität und der Konstruktion ,europäischer‘ Subjekte – Interview und Analyse

„Es ist ganz deutlich ein rechter Diskurs“

Interview mit Birgit Sauer

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen (Stefanie Mayer, Edma Ajanovic) arbeitet die Politikwissenschafterin Birgit Sauer am Institut für Politikwissenschaft an der Uni Wien zu ,Antigender as a Symbolic Glue‘. Sie beantwortet uns Fragen zum Verständnis des Begriffes Antigenderismus, verdeutlicht wogegen er sich richtet und wie dieser national sowie auch europäisch funktioniert.

Was ist Antigenderismus?

Der Begriff ist, sagen wir mal, ein ideologischer Begriff. Ein Begriff, der mobilisierend wirkt, gegen Gender Studies, gegen Gendermainstreaming, und auch gegen die Anerkennung der Gleichstellung von Homosexuellen, Transgender- und Intersex-Personen. Also, es ist ein ideologisch-mobilisierender Begriff, der eben von rechten Politiker_innen, aber auch von konservativen und katholischen Gruppen geprägt wurde und verwendet wird um damit politisch zu mobilisieren. Es ist ja auch ein politischer Begriff.

 

Von wem wird der Begriff verwendet?

Es gibt niemanden, den ich zum Feminismus oder zu den Gender Studies zählen würde, der von Genderismus spricht, sondern von Gender Studies oder feministischer Forschung. Genderismus ist an sich schon ein abwertender Begriff. Wie viele -ismen, wird der Begriff verwendet um deutlich zu machen, dass es sich um eine Form von Gegenpositionierung handelt, ein Anti-Begriff quasi, der auch bestimmte Bereiche verdeckt – ein Begriff mit politischem Potential. Wenn ich beispielsweise von Antigenderismus spreche, verwende ich den Begriff bewusst, um eben auf etwas Bestimmtes zu verweisen. Der Begriff Genderismus, das ist eine Ideologie, die abwertet, die auch sehr verwoben ist mit rassistischen Ausschlussweisen. Das sind ganz bestimmte Politiken, ganz bestimmte Formen von Wissen, von Wissenschaft, um auszugrenzen, schlecht zu machen. Von Antigenderismus zu sprechen ist ja fast schon eine Abwehrhaltung, wie wenn ich von Antirassismus spreche beispielsweise. Es handelt sich bei Genderismus um eine seit zwanzig Jahren vorhandene politische Strategie von konservativen Kräften, erstmals von der katholischen Kirche vorangetrieben, die bis zur Instrumentalisierung durch rechtsextreme Akteur_innen reicht. Es ist eine Strategie um Gleichstellung von Mann und Frau, Gendermainstreaming, Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu diskreditieren und um Gender Studies als Wissenschaft zu disqualifizieren.

 

Gender as a ‚Symbolic Glue‘: Worin liegt die Stärke des Diskurses?

Was wir festgestellt haben, mit unserer Forschung, in Österreich, aber dann auch in kleineren Forschungsprojekten auf europäischer Ebene, ist, dass dieses ‚Anti-Gender‘ – also die Mobilisierung gegen Gender – eine Möglichkeit für Akteur_innen, die sich an sich politisch unterscheiden, bietet, sich irgendwie zu einigen. Also einigen sie sich dann, trotz anderweitiger Differenzen und mobilisieren gemeinsam. Gemeinsamen füllen sie den sogenannten leeren Signifikanten ‚Gender‘ mit Abwertungen, mit zynischen Kommentaren, auch rassistischen Bemerkungen. Diese funktionieren eben dann unter dem Denkmantel ,Antigender‘ und werden zum Beispiel gegen den Islam oder das sogenannte Establishment artikuliert. Das also meint ‚Symbolic Glue‘: Dass unterschiedliche Diskurselemente gemeinsam im Genderdiskurs benutzt werden. Durch die gemeinsame Artikulation der Interessen entsteht eine ‚rechte Hegemonie‘.

 

Antigenderismus – Ein europäisches Phänomen?

Ich würde es nicht nur als ein europäisches Phänomen bezeichnen, auch als ein globales. Aber es ist tatsächlich interessant, dass sich das eben alles bedingt. Wichtige Ausgangspunkte waren die Weltfrauenkonferenz, die es damals schon ermöglichte, eine massive Mobilisation gegen Gendermainstreaming zu betreiben, oder zum Beispiel der Vatikan. Man findet verschiedene Materialisierungen des Antigenderismus in Europa: Beispielsweise zeigt sich das, wenn die faschistische FIDESZ diesen Diskurs aufgreift. In Frankreich erlebt man das im Rahmen der Mobilisierungen der ,Manif pour tous‘-Bewegung (Anm. ,Die Demo für Alle‘), also diese Mobilisierung gegen Homoehe. Wir finden das weniger ausgeprägt in den skandinavischen Ländern – da gibt es zwar auch Ansätze, aber da ist die Gleichstellung von Homosexuellen etablierter. Auch in Russland gibt es eine ganz starke Form des Antigenderismus. In Slowenien genauso, auch in Deutschland. Da sind zum Beispiel die ,besorgten Eltern‘ aktiv, die sich gegen die Etablierung liberalerer Formen von Sexualkunde im Schulunterricht stellen. Also ja, es ist in gewisser Weise ein europäisches Phänomen. Seit zwanzig Jahren können wir diesen Anti-Gender Diskurs nun beobachten. Besonders in den Nuller-Jahren hat sich der Diskurs aber beschleunigt. Da haben sich in Österreich einige Diskurse verändert, und da kann man schön feststellen, dass unterschiedliche Krisenphänomene zu Verängstigung und zu einer gewissen Verunsicherung durch Prekarisierung beigetragen haben. Der Abbau der Wohlfahrtsstaatlichkeit, beispielsweise, führt dazu, dass nicht nur bildungsferne Schichten oder Leute ohne Arbeit, sondern auch die, die Arbeit haben, aber Angst haben, ihre Arbeit zu verlieren und vielleicht an Lebensstandard einzubüßen auf diesen Anti-Gender-Diskurs aufspringen.

Ein anderer Punkt ist, dass Antigenderismus rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppen eint. Es ist ganz deutlich ein rechter Diskurs.

*****


Anti-Gender-Diskurse und ihre Funktionalität für die Konstruktion von Geschlecht und Nation im europäischen Kontext

Das hegemoniale Konstrukt des modern-demokratischen, westlichen Europas befindet sich in der Krise. Traditionelle Formen der Subjekt- und Identitätsbildung scheinen an Bindekraft zu verlieren. Diesen Prozess des Destabilisierung binärer Geschlechterrollen und der mit ihnen in Zusammenhang stehenden strukturellen Realitäten beschreiben Wimbauer et. al. (2015) in Anlehnung an Bourdieu (2005) als „Prekär-Werden der männlichen Doxa“ (2015: 46). Eine notwendige Reaktion auf diese Entwicklung, die in enger Verknüpfung mit strukturellen Machtverhältnissen steht, ist das Entstehen, beziehungsweise die Stärkung von Anti-Gender-Diskursen an der Schnittstelle nationaler und europäischer Konzepte von Identität und Gender. Anders gesagt: Auf den folgenden Seiten möchten wir uns auf genau diesem Terrain bewegen und Anti-Gender-Diskurse als Reaktion einer breiten Allianz konservativ-rechter und traditioneller Akteur_innen, auf die von Birgit Sauer als Verunsicherungen beschriebene Infragestellung patriarchaler und heteronormativer Ordnung, aber auch auf die Verunsicherungen durch neoliberale Wirtschaftspolitiken beschreiben und folglich ihr Handeln als Intervention zum Erhalt ‚ihres Europas‘ bearbeiten.

Im Kampf um die Aufrechterhaltung und Stabilisierung hegemonialer, auch patriachaler europäischer Kräfteverhältnisse kommt es, wie von Sauer im Interview beschrieben, zu einer Re-Formierung einer bunten Mischung von Akteur_innen. Diese vereinen sich unter dem Banner des ,Anti-Genderismus‘ als leerem Signifikanten, der es schafft, einer großen Anzahl mitunter heterogener Ansprüche einen gemeinsamen Namen zu geben. Es eröffnet sich somit ein Raum für eine gemeinsame politische Praxis. Dieser Prozess ermöglicht die vermeintlich klare Abgrenzung von einem Wir und dem Anderen, einem Innen und Außen und somit die Stabilisierung der modern-westlichen europäischen Idee von Identität und die Reproduktion moderner Formen von Männlichkeit und Weiblichkeit. Ausgangspunkt ist, dass sich Geschlecht und Nation als strukturelle Kategorien materialisieren, Identitäten konstruieren und einander funktional beeinflussen.

Nach einer kurzen theoretischen Rahmenlegung, die sich vor allem auf Nira-Yuval Davis bezieht, werden wir verschiedene Aspekte des Anti-Gender-Diskurses, wie das Konzept der Zweigeschlechtlichkeit und im Rahmen dessen das hegemoniale Frauenbild, beziehungsweise die Rolle der Frau in der Familie, die Rolle von Anti-Genderismus in der Wissenschaft, Staatsbürger_innenschaft und Identität auf europäischer Ebene thematisieren, um zu verstehen, warum diese Diskurse so freudvoll von rechten und konservativen Akteur_innen genutzt werden. Aber auch, um die Möglichkeit für emanzipatorische Verschiebungen in diesen zu vergrößern und Raum für strukturelle Kritik am ,Antigenderismus‘, oder, wie wir auf den folgenden Seiten sagen werden, Anti-Gender-Diskursen, zu eröffnen. Die hier formulierten Gedanken zum Thema bieten keineswegs ausschließliche Antworten auf das Aufkommen und den Erfolg von Anti-Gender-Diskursen und auch keine linearen Zusammenhänge von Gender und Nation innerhalb dieser. Vielmehr scheint es wesentlich, Spuren, die in der Analyse von Anti-Gender-Diskursen im Kontext Gender und Nation sichtbar werden, als einander konstituierend nachzugehen und deren gegenseitigen Einfluss zu berücksichtigen.

 

I. Anti-Gender

Die folgende Auseinandersetzung baut auf das oben von Birgit Sauer erläuterte Verständnis von Anti-Gender als ideologischen und politischen Begriff auf. Villa und Hark (2015) (1) fassen den Begriff ebenfalls als politischen, sich stets verändernden und umkämpften. Sie betrachten Anti-Gender als eine Art derzeitige europäische Allianz, in welcher das Konzept von Gender als Ideologie instrumentalisiert wird. Es handle sich dabei um „absichtsvolle Verkehrungen und affektive Mobilisierungen von systematisch produzierten Missverständnissen und Irreführungen“ (Hark, Villa 2015: 18). Feminismus und Gender Studies werden als eine Intervention in die Vorstellungen von Normalität, definiert als im Alltagsverstand (2) verankerte und durch strukturelle Ungleichheiten gestützte heteronormative Geschlechterdichotomie, verstanden und manifestiert sich für Anti-Gender-Akteur_innen somit als Ziel des Widerstands (ebd.: 26). Auf dem Terrain des Anti-Gender-Diskurses lassen sich unterschiedlichste Akteur_innen ausmachen, die Gender als Ideologie verstehen, welche konservative Bilder von Familie, Sexualität und vor allem das Konstrukt einer Dichotomie zwischen Mann und Frau zu untergraben droht. Der leere Signifikant ‚(Anti-)Gender‘ wird diskursiv mit verschiedenen Interessen eben jener Akteur_innen verknüpft, macht diese als gemeinsame artikulierbar und ermöglicht so das Einnehmen breiter Räume und Diskurse in der Öffentlichkeit.

 

II. Geschlecht und Nation

Mit Hilfe des theoretischen Konzepts von Yuval-Davis (2001) und drei ihrer erarbeiteten Dimensionen – die biologische Reproduktion der Nation, die kulturelle Reproduktion und die rechtliche Dimension, die oft mit Fragen der Staatsbürger_innenschaft verbunden ist – analysieren wir eine Auswahl von Anti-Gender-Diskursen, die dazu beitragen, das hegemoniale, heteronormative Konzept von ,Europa‘ in Zeiten der Krise aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu stärken. Die identitätsstiftenden Merkmale Geschlecht und Nation werden von den beteiligten Akteur_innen instrumentalisiert und funktional füreinander nutzbar gemacht. Diese Diskurse sind historisch spezifisch und von verschiedenen Akteur_innen insbesondere als nationale Projekte motiviert. Dennoch kann man sie als eine Form ,europäischen‘ Diskurses mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften diskutieren.

Nach Yuval-Davis sollte Geschlecht:

„nicht als ‚wirkliche‘ gesellschaftliche Differenz zwischen Männern und Frauen betrachtet werden, sondern eher als ein Diskurse ermöglichender Hilfsbegriff, der sich auf Gruppen von Subjekten bezieht, deren gesellschaftliche Rollen durch sexuelle/biologische Unterschiede definiert werden.“ (ebd.: 22).

Dabei geht es nicht um einen Rekurs auf eine kulturelle Differenz, die naturalisierend eingesetzt wird. Sowohl das soziale, als auch das biologische Geschlecht werden als Diskursmodi verstanden. In der Analyse der Anti-Gender-Diskurse erscheint die Verwendung der Kategorie ,Geschlecht‘ bzw. ,Frau‘ sinnvoll, soll dabei aber keineswegs die Performativität der Kategorie Frau aberkennen, scheinbar natürliche Unterschiede in den Fokus nehmen oder nur über Weiblichkeit und Individuen sprechen, sondern vor allem bearbeiten „wie Frauen zu Frauen gemacht wurden“ (Hark/Villa 2015: 35).

Zu Nationen, Nationalität und auch dem Verständnis von Staatlichkeit existieren unterschiedliche Theorien, die diverse Erkenntnisse produzieren, denen allerdings ein gemeinsames Momentum innewohnt: der damit verknüpfte Diskurs um Gemeinschaft und somit um Einschluss und Ausschluss. Eines der Grundelemente nationalistischer Ideologie ist die Annahme einer Übereinstimmung, die beschrieben wird als

„nationalistische Fiktion, die Vorherrschaft einer Gruppe und deren Zugang zu den ideologischen Apparaten sowohl des Staates als auch der Zivilgesellschaft als gleichsam natürlich erscheinen lässt und dadurch akzeptabel macht.“ (ebd.: 27).

Der Diskurs um Nationalität ist immer an Vorstellungen von Hegemonie und dem „Normalen“ angelehnt. Nationalismus und Nationen gelten oftmals als Bestandteile jener öffentlichen, politischen Sphäre, wobei Frauen auf der privaten und persönlichen Sphäre angesiedelt werden. Die übliche Lesart bietet außerdem an, ‚das Natürliche‘ als männlich zu betrachten. Die Gegenüberstellung der beiden Kategorien männlich und weiblich ist besonders spannend, wenn wir uns, wie Yuval-Davis, ihren funktionellen Zusammenhang verdeutlichen und bedenken, dass vor allem Frauen das Konstrukt Nation symbolisch, kulturell und biologisch (re-)produzieren. Die im Folgenden betrachteten Charakteristika dienen einer Offenlegung der funktionalen Mechanismen in Anti-Gender-Diskursen, da wir davon ausgehen, dass sich in ihnen diese fruchtbare Verbindung von Geschlecht und Nation in modernen kapitalistischen Lebensformen und spezifischen Vorstellungen der Konstitution von einer europäischen Gesellschaft verkörpert.

 

Anti-Gender als Wissenschaftskritik

„Die ‚Gender Studies‘ haben Fachbereiche und Schulfächer fest im Griff. Kritik ist unerwünscht. Wer aufbegehrt, wird – mindestens – als ‚reaktionär‘ bezeichnet. Die genderorientierten Curricula halten aber wissenschaftlichen Ansprüchen keineswegs stand.“ (Auszug aus einem Artikel von Hans Peter Klein: FAZ 2015) Maihofer und Schutzbach beschreiben Anti-Gender als eine Struktur, „die Antifeminismus ersetzt und erweitert hat und insbesondere gegen Gender-Forschung als alternatives Wissensmodell auftritt“ (Maihofer/Schutzbach 2014: 215). Hans Peter Klein thematisiert im oben stehenden Zitat die vermeintliche Gefahr der ,Genderisierung‘, die mit dem Aufkommen der Gender Studies einhergeht, als Bedrohung für Universitäten im Speziellen und für den Bildungsbereich im Allgemeinen. Gender Studies verbreiten nach dieser Logik Ideologien, die ,das  Normale‘ und das ,Natürliche‘ verändern wollen. Die zugrunde liegende Figur der Anti-Wissenschaftlichkeit wird oftmals mit rechtspopulistischer Rhetorik verknüpft (vgl. Lang 2015: 170). Es geht um Wissensproduktion und einen Kampf von Deutungsmacht, der sich beispielsweise in einem Kampf um Universitätsprofessuren und die Verteilung von Geldern materialisiert. Obwohl Gender Studies lediglich 0,5 Prozent der Professuren an deutschen Universitäten ausmachen, funktioniert das Argument der Genderisierung der Universitäten immer wieder, da diese Posten in einer spezifischen Weise bereits bedrohend zu wirken scheinen (vgl. Villa/Hark 2015: 20ff.). Im Rekurs auf die ökonomische Dimension der sogenannten ,Gender-Industrie‘ nimmt Anti-Gender oftmals die Rolle eines leeren Signifikanten ein: Es werden verschiedene Interessen verknüpft und somit durch verschiedene Akteur_innen gemeinsam artikulierbar gemacht (vgl. Sauer im Interview). Dabei bleibt es selten bei der Kritik an den Gender Studies. Anti-Gender fungiert auch als eine Kritik an Formen der Wissenschaft, die auf demokratischer Basis wichtige Fragen stellt und sich mit Machtverhältnissen auseinandersetzt (vgl. Villa/Hark 2015: 33). Die Festschreibung bestimmter Vorstellungen von Wissenschaft und Bildung, und vor allem wer dafür einstehen darf, wird in vielen Fällen durch eine kulturelle Ebene abgesichert. Gender Studies und Feminismus als Erziehungsprogramm zu bezeichnen, das die Gesellschaft umgestalten will, rekurriert auf bestimmte Vorstellungen von Gesellschaft und Modernität.

 

Wer ist Wir – Anti-Gender und Zugehörigkeit

Wie in vielen Diskursen rund um Nation und Geschlecht sind Zugehörigkeit und Ausschluss zentrale Themen. Im Rekurs auf die Europäische Union, die bereits unter einem christlich-konservativen Wertekonstrukt gegründet wurde, ist die Zugehörigkeit oftmals in Zusammenhang mit Religion und Glauben bestimmt (vgl. Paternotte 2015; Villa/Hark 2015). Auch Traditionen, oft von kirchlichen Verbänden getragen, stellen Formen materialisierter Denkstrukturen dar, die sich auf Historisches beziehen und legitimiert werden. Durch den Bezug auf das Traditionelle gelingt es, Diskurse, aber auch Verhältnisse zu entpolitisieren (vgl. Paternotte 2015: 135).

Bei den französischen ‚Manif pour tous‘-Demonstrationen zeigen die Teilnehmner_innen klar, wer Teil der Gesellschaft sein soll: Männer und Frauen, bestenfalls verheiratet, bzw. in einer heteronormativen Familie lebend. Gruppen oder Gemeinschaften sind definiert als „ideologisch und materielle Konstruktion, deren Begrenzungen, Strukturen und Normen Ergebnis eines andauernden Prozesses von Auseinandersetzungen und Verhandlungen, oder umfassender gesellschaftlicher Entwicklungen sind“ (Yuval-Davis 2001: 122).

Rechtliche Diskurse um Staatsbürger_innenschaft definieren dabei die Kategorien, anhand derer Zugehörigkeit bestimmt wird. Die Staatsbürger_innenschaft stellt die äußere Begrenzung dieser Gruppe dar, doch gibt es auch innere Begrenzungen, die beispielsweise anhand von Religionszugehörigkeit gezogen werden. Gemeinschaft wird oft als gegebene, natürliche Einheit verstanden und die innere Differenz entpolitisiert und neutralisiert.

 

Moderne Subjekte?

Im europäischen Kontext überwiegt in vielen Fällen ein bevölkerungsbejahender Diskurs. Doch dieser ist oft sehr selektiv rund um die biologische Reproduktion arrangiert. So wird zum Beispiel ein Anstieg der Bevölkerung aufgrund von ‚heimischen‘ Familienzuwachs befürwortet, jener, der auf Migration basiert, allerdings abgelehnt, beziehungsweise nur auf für den Arbeitsmarkt ‚qualifizierte‘ Migrant_innen beschränkt. Der Implementierung einer solchen Politik geht eine hegemoniale Vorstellung des Erhalts der Gemeinschaft als nationales Konstrukt voraus, die stets rechtlich und kulturell reproduziert werden muss. Auf kultureller Ebene sind spezifische Vorstellungen des Erhalts einer Familie ohnehin stets mit dem Thema Zweigeschlechtlichkeit verknüpft. Zweigeschlechtlichkeit, so auch der Soziologe Stefan Hirschauer, ist bis anhin eine privilegierte

 

„Form sozialer Organisation, die für viele Zwecke eingesetzt wird: für den Sprecherwechsel in Konversationen, für die Organisation von Allianz- und Konkurrenzbeziehungen, für die Rekrutierung von Personal auf Positionen, für den Aufbau von Machtbeziehungen, für eine ungleiche Verteilung materieller und symbolischer Ressourcen und schließlich auch für die soziale Organisation der Fortpflanzung“ (Hirschauer 1994: 689).

 

Nach wie vor ist unser Alltagswissen diesen Vorstellungen entsprechend organisiert: Es gibt zwei Geschlechter, diese sind biologisch gegeben und ändern sich im Laufe eines Lebens niemals. Alle Personen gehören ausnahmslos einem Geschlecht an und die Genitalien sind der Beweis dafür (vgl. Hark/Villa 2015: 29). ,Moderne‘ Gleichstellungsslogans stellen in dieser Hinsicht oft schräge Verfälschungen dar, da sie einerseits für die Überwindung traditioneller Rollenbilder einstehen, diese aber andererseits auch reproduzieren und manifestieren. Gerade die kulturelle Repräsentation von Männlichkeit und Weiblichkeit zeigt die Paradoxie und den Rekurs auf die traditionelle Zweigeschlechtlichkeit auf. Alls männlich gilt eine Form der Befähigung am bewaffneten Kampf zur Verteidigung der Nation teilzunehmen, also mit seinen Körper für die Nation zu kämpfen, wohingegen der weibliche Körper als repräsentativ, zu schützend, darstellend gilt.

Ist der feministische Kampf in Betrachtung der Körper schon gewonnen, da sich traditionelle Diskurse nicht mehr rein auf Männer beziehen, sondern auch Frauen daran teilnehmen können? Diskussionen um Frauen in einer Armee zeigen beispielsweise, wie der weibliche Körper erneut genutzt wird, um Ungleichheiten zu legitimieren. Der Zutritt für Frauen zur Armee ist möglich, sogar umworben, doch bedeutet dies nicht, Rollenbilder und spezifische Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit innerhalb der Armee überwunden zu haben (vgl. Frevert 1996: 71).

 

Die Argumentation der Frau als Grenzfigur trifft in mehrfacher Weise auf moderne Diskurse um ‚Diversity‘ zu. Die Dimension ‚race‘ oder auch Herkunft spielt in Anti-Gender-Diskursen oft eine zusätzlich abgrenzende Rolle, in Bezug auf die kulturelle Reproduktion von Gemeinschaft (vgl. Yuval-Davis 2001: 77ff.). Spezifische Politikformen der Gestaltung von Inklusion und Exklusion, wie zum Beispiel Assimilation, ermöglichen zwar die Teilnahme an Gemeinschaft, zielen aber darauf ab, dass Menschen erst zur Gemeinschaft gehören, wenn sie andere Gruppenidenitäten hinter sich lassen (vgl. ebd.: 87f.).

 

Frau* Mann*

 

„Der vom Thron des Familienoberhaupts gestoßene Mann sehnt sich unverändert nach einer Partnerin, die, trotz hipper den-Mädels-gehört-die Welt-Journale, in häuslichen Kategorien zu denken imstande ist, deren Brutpflegetrieb auferlegte Selbstverwirklichungsambitionen überragt. Die […] Frau sehnt sich unverändert nach einem ganzen Kerl, der ihr alle die emotionalen und ökonomischen Sicherheiten gibt, die eine junge Mutter braucht, um sich mit weitgehend sorgloser Hingabe dem Nachwuchs zuwenden zu können.“ (Auszug: Buch von Howanietz, Hofer: Für ein souveränes Österreich, 2013)

 

„Das Ziel greift hoch hinaus: Es will nicht weniger als den neuen Menschen schaffen, und zwar durch die Zerstörung der ‚traditionellen Geschlechtsrollen‘.“ (Auszug: Artikel von Volker Zastrov: FAZ 2006) Geschlechterbeziehungen werden häufig als konstitutiv für das Wesen der Kultur und Struktur, weitergegeben von Generation zu Generation, angesehen (vgl. Yuval-Davis 2001: 74). Akteur_innen im Anti-Gender-Diskurs verstehen Geschlecht als naturhaft und unveränderbar, jenseits sozialer und kultureller Bedingtheit. Die (Re-)Produktion moderner Bilder der Männlichkeit und Weiblichkeit stellt ein stabilisierendes Moment dar. Sie sind eine Art struktureller Bezugspunkt, zu dem man sich ins Verhältnis setzt. Es entstehen Bilder, „die tendenziell mit den aktuell hegemonialen Deutungen und Normierungen ökonomischer, politischer und sozialer Verhältnisse korrespondieren“ (Dölling 2008: 24). Die geteilte Weltsicht mit ihren Deutungen und Klassifikationen, die unsere Wahrnehmung strukturieren, bezeichnet Pierre Bourdieu als Doxa. Diese ist durch viele körperliche und habitualisierte Praktiken gesichert. Die Welt erscheint als selbstverständlich, ihr Willkürcharakter wird verkannt und als natürlich wahrgenommen. Pierre Bourdieu beschreibt sie als eine unhinterfragte, auf geschlechterdifferente Arbeitsteilung basierende Selbstverständlichkeit der männlichen Herrschaft (vgl. Bourdieu 2005:20). Als unterschiedliche Reaktionen auf das Prekärwerden der männlichen Doxa, sprechen Wimbauer, Motafek und Teschlade (2015) von Strategien der Resouveränisierung, die „dem Prekär werden von Doxa eine maskulinistische Rhetorik der Stärke und Unverletzlichkeit entgegenhalten und Erfahrungen der Verunsicherungen der Lächerlichkeit preisgeben“ (ebd.: 46) sollen.

 

Frau + Familie

„Für jede als staatliches Kollektiv strukturierte Gemeinschaft gilt: Ohne Familien keine Zukunft!“ (Auszug: Buch von Howanietz, Hofer: Für ein souveränes Österreich, 2013) Eine häufig auftretende Argumentation in Anti-Gender-Diskursen bezieht sich auf das Hervorheben der Familie als Ort des Glückes und der Zukunft – eine heteronormative Familie mit traditionellen Rollenverteilungen manifestiert sich als das angestrebte Gesellschaftsbild. Laut Howanietz und Hofer ist die biologische Reproduktion bedeutend für die Konstitution der Gemeinschaft. Das Existieren von Kindern und Familien dient weiterhin als Grundlage für das Wohl der gesamten Gemeinschaft. Nicht nur für mehr Nachwuchs soll dabei gesorgt werden, sondern Frauen werden zur Aufnahme des „mütterlichen Brutpflegetriebes“ (Howanietz/Hofer 2013: 32) und Sicherstellung der positiven Entwicklung des Nachwuchses angehalten. Jegliche andere Formen von gesellschaftlichen Zusammenleben, wie beispielsweise Patchworkfamilienmodelle oder polyamore Partner_innenschaften erweisen sich demnach nicht als geeignet. Es liege stark an der Frau, ihre Familie zu hüten und dafür zu sorgen, dass die ‚Qualität des Nachwuchses‘ stimmt. Der Staat ergreife ohnehin zu viele Erziehungsaufgaben, die in vielen Fällen traditionell in der Familie liegen. Die Frau als „Hüterin des emotionalen und moralischen Wohls ihrer Familienangehörigen“ (vgl. Yuval-Davis 2001: 107) soll darauf achten, dass Kindern kein ‚falsches‘ Wissen gelernt wird. Auch im kulturellen Diskurs nehmen Frauen oft die Träger_innenfunktion der Gemeinschaftsehre und auch der symbolischen Repräsentation der Familie ein, werden teilweise gar mit Familie gleichgesetzt und nehmen die Verkörperung der Begrenzung von Gemeinschaft auf sich. Welche Art von Weiblichkeit soll in diesem Diskurs verkörpert werden? Nicht primär das Sexobjekt, sondern das fürsorglich agierende, ,gebärfreudige‘ Weib. Die Frauenfigur wird vielfach als Mutter abgebildet, als Figur, welche die Nation zur Welt bringt. Auch in Verbindung mit Fruchtbarkeit, als ,Mutter Erde‘ verkörpern Frauen Gemeinschaft auf vielfältige Weise. Viele rechtliche Regelungen, insbesondere im nach wie vor erwerbszentrierten Sozialversicherungsrecht, in dem spezifische Vorstellungen von Familie und Zweigeschlechtlichkeit festgeschrieben wird, nehmen Einfluss auf die Verteilung wohlfahrtsstaatlicher Leistungen. Durch das Leben bestimmter Bilder von Familie, in denen die Frau primär für gesellschaftspolitische Aufgaben (‚care work‘) verantwortlich ist, werden nicht nur bestimmte Geschlechterrollen reproduziert, sondern auch das Fehlen staatlicher Eingriffe und Umverteilungsmaßnahmen im Bereich der Familie legitimiert. Das ist weiter brisant, weil die politische Ebene von Familie oftmals auf die private Ebene reduziert wird. Auch die Autorinnen Wimberger, Motafek und Techlade (2015) machen in ihrem Text ein sozialpolitisches Paradox fest, das sich genau um diese Verantwortungsverteilung der wohlfahrtsstaatlichen Leistungen dreht: Mit der Jahrtausendwende ist in der Sozialpolitik ein Paradigmenwechsel eingetreten. Aktuell dominiert die Idee eines aktivierenden Sozialstaats nach dem Motto „to move people from welfare to workfare“ (ebd.: 45). Dieser folgt einem neuen Leitbild des ‚Adult-Worker-Model‘. Das Adult-Worker Model ersetzt allerdings nicht auf allen Ebenen das ‚Male-Breadwinner Model‘, was zu sozialpolitischen Unsicherheiten führt und Anti-Gender-Diskurse befeuert. In vielen Fällen wird versucht, sozialpolitische Unsicherheiten erneut durch die Sphäre der Familie bzw. durch Frauen auszugleichen und aufzufangen (vgl. ebd.: 45f.).

 

Europäischer Diskurs, nationaler Rekurs

In vielen Formationen nimmt Geschlecht eine bedeutsame, funktionale Rolle für spezifische Konstruktionen von Nation ein. In Bezug auf Geschlecht ist es wichtig, mitzudenken, dass die Kategorie ,Frau‘ in politischen Argumenten sinnvoll genutzt werden kann, ohne dabei in der hegemonialen heterosexuellen Matrix und ihrem Zwang ein eindeutiges Geschlecht zu haben, zu verharren. Vor allem verdeutlicht die Analyse, dass die Begriffe Geschlecht, Gender und Feminismus stets politische Begriffe sind, dadurch ein breites Spektrum von Akteur_innen ansprechen und in kulturalisierten Debatten dazu dienen, ,erfolgreiches Frausein‘ in der Koppelung mit neoliberalen Strukturen zu instrumentalisieren und diverse Unterdrückungsformen in neuem Mantel zu produzieren. „Feministische Herrschaftskritik muss sich somit grundlegend mit der Formierung und der Veränderbarkeit dieser ,heterosexuellen Matrix‘ befassen“ (Löffler 2011: 186).

Die Erkenntnisse aus der Analyse der Kategorie Nation beschränken sich vor allem auf das Verständnis von nationalen Ein- und Ausschlüssen. Die Überschrift „Nationaler Rekurs, Europäischer Diskurs“ soll aber vor allem deutlich machen, dass die Kategorie Nation keine starre ist: auch ihre Konstitution bedarf stets einer Absicherung. Vor allem in Bezug auf Nationalität im europäischen Kontext und die Konstruktion einer europäischen Allianz, die in einigen Bereichen nationalen Formationen ähnlich scheint, kann Anti-Gender für die politische Bedeutung der Kategorie Nation wirkmächtig gelesen werden. Die These lautet, dass spezifische Diskurse um nationale Zugehörigkeit, verbunden mit einem Versuch der Konstruktion von europäischer Zugehörigkeit, von Aspekten des Anti-Gender-Diskurses geframed werden. Obwohl die Kategorie Nation im Spannungsverhältnis zwischen nationalstaatlichen und europäischen Diskursen steht, funktioniert Anti-Gender auf beiden Ebenen und dient als Klammer zwischen dieser spezifischen Form von Nationalisierung und den damit verbundenen Ein- und Ausschlüssen. Nationen können keineswegs als gänzlich auf ein Territorium beschränkt verstanden werden, sondern sind vielmehr mit einem europäischen Konstrukt – materialisiert in der ‚Festung Europa‘ – in Abgrenzung zu dem Anderen verwoben. Diese Konstruktion einer europäischen Einheit funktioniert auch so erfolgreich, weil es sich explizit auf dieses Andere bezieht. Eines der verwendeten Analysematerialien, die Buchkapitel von Howanietz und Hofer zu Familie zeigen, dass Anti-Gender-Diskurse nach diesem Funktionsmuster deutlich mit nationalistischen Diskursen verschränkt sind. In Bezug auf Österreich soll diese Form von Zusammenleben kulturell und rechtlich durch Vorstellungen von Familie, Sexualität, Frau etc. abgesichert werden. Juliane Lang zeichnet nach, wie genau dies in extrem rechten Kontexten geschieht. Sie rekonstruiert entlang einschlägiger Publikationen – etwa der NPD – die Anti-Gender-Argumente als Teil völkischen Denkens (vgl. Lang 2015: 170).

Trotz der spezifischen nationalen Rekurse, findet man in fast ganz Europa Anti-Gender-Diskurse, die sich als ein gemeinsamer europäischer Diskurs verkörpern und für eine nationale Formation von Europa als Abgrenzung nach Außen dienen. Dabei erkennt man in Bezug auf Europa diskursive Strategien einer nationalen Reproduktion, wie beispielsweise im Diskurs um ‚unsere Frauen‘ als schützenswerte Objekte. Dieser antifeministische Diskurs, der die Frau objektiviert, und dem eine bestimmte Vorstellung von der Beziehung zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit unterliegt, produziert einen „Mythos des Anderen, fremden Mann als Vergewaltiger“ (vgl. Yuval-Davis 2001: 88). Viele weitere Beispiele könnten in dieser Funktion genannt werden und wurden teilweise in der Analyse bereits argumentiert. Verschiedene Diskurse zu Geschlecht und Nation kreuzen sich und konstituieren sich gegenseitig. Ein Verständnis dieser Verknüpfung ermöglicht eine Auseinandersetzung, die der Komplexität der klassischen Kategorien Geschlecht und Nation Raum für Erweiterung gibt und Anti-Gender im Kontext eines europäisch-westlichen Nationalismus betrachten lässt, da das Feld der Anti-Gender-Diskurse laut Gabriele Dietze nur verstanden werden kann, „wenn man es mit einer intersektionalen Perspektive betrachtet.“ (Dietze 2015:125).


Ina Sattlegger & Carina Maier studieren am Institut für Politikwissenschaft.


Heft 41 | 2017 als PDF


 

Anmerkungen:

(1) Ihr 2015 veröffentlichtes Buch stellt ein verbindendes Glied zwischen unterschiedlichen Zugängen zum Begriff ,Anti-Gender‘ dar.

(2) Der Begriff Alltagsverstand, angelehnt an A. Gramsci, stützt und reproduziert die hegemoniale Ordnung – das Bewusstsein und die täglichen Praxen. Bestimmte strukturelle Merkmale schreiben sich in unserem Alltagsverstand fest, werden nicht mehr hinterfragt und immer wieder (bewusst und unbewusst) reproduziert. Der Alltagsverstand ist stets ein heiß umkämpftes Feld, das von verschiedenen Elementen bestimmt wird; Konsenselemente, die wichtige Teile der Herrschaft darstellen, sollen im Alltagsverstand verankert werden.

Bourdieu, Pierre (2005): Die männliche Herrschaft. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Dietze, Gabriele (2015): Antigenderismus Intersektional lesen. In: Debatten Zeitschrift für Medienwissenschaften 13, 2/2015, 125–127.

Dölling, Irene (2008): ‚Eva-Prinzip‘? ‚Neuer Feminismus‘? Aktuelle Verschiebungen in Geschlechterleitbildern im Kontext gesellschaftlicher Umbruchsprozesse. In: Marburger Gender-Kolleg (Hg.): Geschlecht Macht Arbeit. Interdisziplinäre Perspektiven und politische Intervention (Arbeit – Demokratie – Geschlecht, Band 7). Münster: Westfälisches Dampfboot, 24–41.

Frevert, Ute (1996): Soldaten, Staatsbürger. Überlegungen zur historischen Konstruktion von Männlichkeit. In: Thomas Kühne (Hg.): Männergeschichte – Geschlechtergeschichte. Männlichkeit im Wandel der Moderne. Frankfurt a.M.: campus, 69–87.

Hark, Sabine/Paula-Irene Villa (2015): Anti-Genderismus. Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen. Bielefeld: transcript.

Hirschauer, Stefan (1994): Die soziale Fortpflanzung der Zweigeschlechtlichkeit. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 46, 686–692.

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